Taufkleid

Die Konservierung eines Taufkleids

Konservierung und Dokumentation

Taufkleider sind ein wichtiger Bestandteil der christlichen Tauftradition und wurden oft über Generationen weitergegeben. Im Bestand des Fränkische Schweiz-Museums befinden sich ein aufwendig gearbeitetes Taufkleid sowie ein Taufmantel aus dem frühen 20. Jahrhundert. Aufgrund ihres Alters und Lagerung wiesen sie deutliche Spuren der Zeit auf.

Aufbau

Das dreiteilige Ensemble besteht aus einem Kleid, einem Jäckchen und einem Häubchen (Abb. 1). Das aus feiner Baumwolle gefertigte Kleid ist mit filigranen Spitzeneinsätzen verziert. Der weit ausgestellte Schnitt und die feinen Perlmuttknöpfe am Rücken unterstreichen die edle Verarbeitung. Das Jäckchen, ausgeschmückt mit Karodekor und Spitzenleisten an den Säumen, ergänzt das Ensemble harmonisch. Das Häubchen besteht aus dem gleichen Stoff wie das Jäckchen und ist mit Spitze eingefasst. Das Set wird durch ein Steckkissen aus Musselin mit Punktdekor und Spitzenvolants ergänzt.

Zudem gehört ein langer, elfenbeinfarbener Seidenmantel mit Spitzenüberfang zum Bestand (Abb. 2).

Die Jahre haben ihre Spuren hinterlassen: Vergilbungen, kleinere Risse im Stoff sowie gelockerte Spitzenapplikationen machten eine behutsame Konservierung notwendig.

Zustand

Die Kleidungsstücke erreichten das Museum gefaltet und verpackt. Neben leichten Liegefalten waren Gebrauchsspuren, Flecken und Staub erkennbar. Beim Seidenmantel (Abb. 2) zeigten sich zudem Lichtschäden.

Maßnahmen

In der Restaurierungswerkstatt des Museums wurde das Taufkleid zunächst schonend gereinigt, um oberflächliche Verschmutzungen und Vergilbungen zu entfernen. Es erfolgte eine trockene Reinigung mit einem weichen Pinsel, Latexschwamm und Mikrofasertuch. Anschließend wurde das Gewebe nebelfeucht gereinigt: Ein saugfähiger Schwamm oder ein Mikrofasertuch wurde mit leichtem Druck verwendet, um Staub und Schmutzpartikel zu lösen. Flecken – insbesondere im Bereich der Spitze – wurden punktuell mit einem Wattestäbchen mit einer verdünnten Alkohol-Wasser-Lösung behandelt. 

Alle Textilien wurden leicht befeuchtet in mehreren Schritten vorsichtig in Form gelegt, d.h. die harten Falten wurden flexibel und konnten so nach und nach geglättet werden. Um die Struktur langfristig zu stabilisieren, wurde säurefreier Karton plus Papier eingesetzt und an sichtbaren Positionen Hostaphanfolie als Stütze genutzt.

Die abgerissenen Bestandteile des Taufkleids und Spitzen wurden behutsam gesichert. Besonders aufwendig gestaltete sich die Stabilisierung der geschwächten Stoffpartien. Durch feinste Näharbeiten konnte der Erhalt der Kleidung langfristig gesichert werden.

Montage und Präsentation

Für die Präsentation in der Vitrine wurde zunächst das Klima mit Silikagel reguliert – einem Material, das Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben kann, um jahreszeitlich bedingte Schwankungen auszugleichen. Die Kleidung wird durch eine Unterkonstruktion gestützt und ist punktuell mittels Edelstahlnadeln und Spannstichen fixiert.

Durch diese methodische Montage kann das Häubchen beispielsweise in seiner ursprünglichen Trageform präsentiert werden, während die Unterpolsterung es vor langfristigen Materialbelastungen schützt.

Durch die sorgfältige Konservierung bleiben die historischen Taufkleider erhalten. Sie zeigen die feine Handwerkskunst vergangener Zeiten und geben Einblick in traditionelle Taufbräuche.

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